MaxScripts (28.04.2010)
in: Leveldesign, Modelling, Screenshots, Worlddesign

Ich habe mir, als eine Art zusätzliche Unterstützung für meine Pipeline, zwei Scripts gebastelt, welche in 3dsmax zur Anwendung kommen. (Sie wurden also in MaxScript geschrieben.)

Das erste ist für's Exportieren da:



Mit einem Klick habe ich dann meine Objekte im Spiel. Das Script nutzt hierbei die Scripting-API von OgreMax. Da OgreMax ein Szenen-Exporter ist, legt es bei jedem Klick auch eine .scene-Datei an, die ich nicht benötige (genauso wenig wie die Materialenbeschreibungs-Datei) - mein Script löscht sie daher.
Etwas komplexer wurde mein Script durch die Tatsache, dass ich Objekte mit unterschiedlichen Material IDs habe, auf denen aber keine echten 3dsmax-Materialien liegen - OgreMax fasst solcherlei Teil-Objekte dann automatisch zusammen (mit einem Material namens "NoMaterial"). Daher muss mein Script Meshes selbst erst einmal aufsplitten, bevor sie exportiert werden.

Mein zweites Script ist eigentlich eine (ständig wachsende) Script-Sammlung, mit kleinen aber feinen Funktionalitäten:



Wichtig ist vor allem die "Distributing"-Gruppe - schnell und einfach lassen sich dann kleinere Assets auf einem größeren Mesh entlang der Oberflächennormale verteilen, mit zufälliger Skalierung und Rotation. Das kann dann so aussehen aus wie auf diesen Bildern:

Ygnes (25.04.2010)
in: Characters, Konzept, Modelling, Skizzen

Ygnes ist nun so gut wie fertig. Sie ist sozusagen der "erste Offizier" auf dem Inselschiff (oder Erster Maat, der genaue Titel ist im Grunde egal), auch wenn es nicht militärisch angehaucht sein soll. Auf jeden Fall ist sie nicht nur die rechte Hand des Kapitäns, sondern auch seine Ehefrau. In meiner offiziellen Beschreibung im Konzept habe ich sie vor allem als streng und herrschaftlich charakterisiert, und versucht, dies in die Umsetzung miteinfließen zu lassen.

Von den Skizzen her gefällt mir die rechts oben am besten ("Piratestyle!"), sie war am Ende meine hauptsächliche Vorlage.

Die Bilder im Ganzen zeigen, was zu einem Characterdesign so dazu gehört: Skizzen, Modellierung, Unwrapping (in Roadkill, zum Vorbereiten der Texturierung), Rigging und Skinning (d.h. mit Knochen ausstatten), Animation. Die Textur ist auch beinahe fertig, kann jedoch jederzeit überarbeitet werden.
Da Ygnes in meinem Konzept über und über mit Efeu bedeckt ist, habe ich ihr der Einfachheit halber grüne Haut gegeben; denn das es würde den Aufwand kaum rechtfertigen, jede Menge Blätter zu modellieren - zumal ich sowieso einen eher einfachen Stil anstrebe, wie man sieht.

Die ersten beiden Screenshots demonstrieren übrigens, dass sich Ygnes auch schon in den Prototypen einbauen lässt, allerdings noch ohne Animation. Denn dafür muss ich erst alle Animationsphasen, die ich erstellt habe, in einer einzigen Datei in Reihenfolge bringen und dann entsprechend exportieren. Diese Aufgabe spare ich mir für den Moment, in dem ich Ygnes auch tatsächlich als Story-Element in meinem Präsentations-Level brauche.

Nebenbei kann man auf dem allerersten Screen auch erkennen, welcher Unterschied hinsichtlich Körpergröße zwischen ihr und dem Protagonisten besteht. Dieser Unterschied ist nicht zufällig, sondern wurde auf Größenvergleichs-Skizze links bereits geplant. Es wäre langweilig, wenn alle Figuren gleich groß wären - eine Lehre, die auch ganz nett im Manga Zeichenkurs von Akira Toriyama und Akira Sakuma erklärt wird.

Ygnes ist übrigens die erste Frau, die ich jemals modelliert habe ...

Protagonist (01.04.2010)
in: Characters, Modelling, Skizzen

Nun folgt eine kleine Zusammenstellung des Werdegangs der Hauptfigur. Sie ist diejenige Figur, die der Spieler steuert, wodurch sie ein gewisses Identifikationspotential besitzen sollte. Entgegen üblicher Konventionen habe ich mich dagegen entschiedenen, einen strahlenden Helden zu kreieren. Stattdessen wollte ich einen anfänglichen Niemand und Nichtsnutz haben, der im Laufe des Spiels über sich hinaus wächst.
Vorstellbar wäre sogar eine graduelle Veränderung des Modells (bzw. der Textur), so wie in "Shadow of the Colossus", um die Veränderung des Charakters nachvollziehbar zu machen. Wobei in SotC die Spielerfigur mit jedem Level schmutziger und verderbter wurde ... eine Herangehensweise, die ich faszinierend finde.

Als Hintergrundgeschichte für den Helden des Spiels habe ich mir überlegt, dass er ein Adliger ist - also durch Bücher gebildet und etwas hochnäsig. Allerdings ist er kürzlich verarmt, eventuell so sehr, dass er seinen Adelstitel verkaufen musste. Erstmals muss er in seinem Leben hart arbeiten, um seinen Magen füllen zu können.

Die ersten vier Skizzen (Reihenfolge der Bilder ist von links nach rechts!) zeigen anfängliche Überlegungen zum Aussehen des Protagonisten, wobei die vierte sehr spät entstanden ist. Gleich nach dieser zeichnete ich das fünfte Bild, welches für mich am ehesten den Charakter widerspiegelte, den ich darstellen wollte. Darauf folgten dann einige Proportionsstudien, wobei ich die achte Skizze, auf dem der Held des Spiels gar zu unmotiviert und unförmig aussieht, als zu übertrieben empfinde.
Die Zeichnung davor ist mein persönliches Leitbild für das Aussehen des Helden, vor allem, was die Proportionen betrifft - die Beine sind so lang wie der Oberkörper, die Körperhöhe ist insgesamt recht gering und ein kleines Bäuchlein demonstriert den vormaligen Wohlstand. Das zusammen ergibt einen scheinbar unscheinbaren Anti-Helden mit Ambitionen zu Abenteuer und Selbstverwirklichung; ein wenig wie der kleine Hobbit Bilbo Beutlin von Tolkien.
Das Gewächs auf dem Kopf, zu guter Letzt, dient der Wahrung des durchgängigen Konzepts des Spiel.

Die letzten drei Bilder zeigen den Prozess des Modellierens. Interessanterweise entsteht das Grundmesh relativ schnell. Die meiste Zeit wird üblicherweise in die Details investiert, und die permanente Nachjustierung einzelner Vertices, für die schönere Gesamtform. Vor allem die Silhouette ist wichtig.

Bevor ich dieses Modell nun unwrappe, rigge, skinne und animiere, werde ich erst einmal an die anderen Figuren modellieren und animieren.
Denn es hat sich gezeigt, dass während des komplexen Prozesses der Character-Erstellung immer wieder Fehler offenbar werden, die man anfangs hätte vermeiden müssen; beispielsweise hätte dort noch ein Edge-Loop hingehört, hier ein paar Vertices und drüben ist das Skinning falsch. Da der Protagonist die wichtigste Figur ist, will ich erst einmal mit den sekundären Modellen üben.

Testgrafiken (02.08.2009)
in: Modelling, Prototyp, Screenshots

Ich bin jetzt endlich dazu gekommen, ein paar Testgrafiken zu erstellen. Diese sind sehr einfach gehalten, beinahe texturlos mit den Hauptfarben grau (für statische Dinge) und orange (für dynamische Objekte).

Der Testlevel erhielt eine einfache Textur mit Linien, die dazu geeignet sind, Maßstäbe richtig zu erkennen. Dadurch, dass die UV-Koordinaten des Levels zusätzlich noch auf einen Meter genormt wurden, kann ich Entfernungen und Relationen viel besser einschätzen.

Die Objekte, die zum Testen der physikalischen Eigenschaften dienen (Kisten, Kugeln, Kapseln, Zylinder) sind leicht aufgemotzte Grundkörper. An ihnen muss vor allem sofort die Position und Rotation erkennbar sein.

Ich habe mit Absicht etwas Zeit in diese Ästhetik gesteckt, damit zukünftige Screenshots einfach "hübscher" sind. Der theoretische Teil des Diploms sollte nämlich auch Bilder aus dem Prototypen haben, damit ich bestimmte Konzepte besser veranschaulichen kann. Und es wäre ziemlich unvorteilhaft, wenn diese zu sehr nach "Programmer's Art" aussehen würden, wo doch schon mein Prototyp sehr nach "Designer's Coding" aussieht.

Es bewegt sich was (23.06.2009)
in: Konzept, Leveldesign, Modelling, Physikrätsel, Prototyp, Screenshots

Ein frühes Testlevel wurde in den Prototypen eingebaut, und auch gleich mal ein Testcharacter. (Die Figur stammt aus Omertà.) Wichtig ist erst einmal, herauszufinden, welches Terrain welche Physikrätsel begünstigt bzw. welche Physikrätsel welches Leveldesign benötigen.

Momentan kann der User die Taste G drücken und verändert damit seine persönliche Gravitation. Insgesamt hat das schon jetzt einen sehr eindrucksvollen Effekt, wenn man plötzlich auf der Wand läuft, und Kugeln und Kisten so aussehen, als ob sie verrückt spielen, da sie - natürlich aus Sicht des Spielers - seitwärts fallen ...

Weiterhin ist es möglich, zwischen Ego- und Third-Person-Perspektive zu wechseln. Da ich mir selbst noch unsicher bin, welchen Blickwinkel ich verwenden werde, hilft mir diese Funktion, Situationen in dieser Hinsicht sofort testen zu können.

© 2009 Friedrich Hanisch