Ygnes (25.04.2010)
in: Characters, Konzept, Modelling, Skizzen

Ygnes ist nun so gut wie fertig. Sie ist sozusagen der "erste Offizier" auf dem Inselschiff (oder Erster Maat, der genaue Titel ist im Grunde egal), auch wenn es nicht militärisch angehaucht sein soll. Auf jeden Fall ist sie nicht nur die rechte Hand des Kapitäns, sondern auch seine Ehefrau. In meiner offiziellen Beschreibung im Konzept habe ich sie vor allem als streng und herrschaftlich charakterisiert, und versucht, dies in die Umsetzung miteinfließen zu lassen.

Von den Skizzen her gefällt mir die rechts oben am besten ("Piratestyle!"), sie war am Ende meine hauptsächliche Vorlage.

Die Bilder im Ganzen zeigen, was zu einem Characterdesign so dazu gehört: Skizzen, Modellierung, Unwrapping (in Roadkill, zum Vorbereiten der Texturierung), Rigging und Skinning (d.h. mit Knochen ausstatten), Animation. Die Textur ist auch beinahe fertig, kann jedoch jederzeit überarbeitet werden.
Da Ygnes in meinem Konzept über und über mit Efeu bedeckt ist, habe ich ihr der Einfachheit halber grüne Haut gegeben; denn das es würde den Aufwand kaum rechtfertigen, jede Menge Blätter zu modellieren - zumal ich sowieso einen eher einfachen Stil anstrebe, wie man sieht.

Die ersten beiden Screenshots demonstrieren übrigens, dass sich Ygnes auch schon in den Prototypen einbauen lässt, allerdings noch ohne Animation. Denn dafür muss ich erst alle Animationsphasen, die ich erstellt habe, in einer einzigen Datei in Reihenfolge bringen und dann entsprechend exportieren. Diese Aufgabe spare ich mir für den Moment, in dem ich Ygnes auch tatsächlich als Story-Element in meinem Präsentations-Level brauche.

Nebenbei kann man auf dem allerersten Screen auch erkennen, welcher Unterschied hinsichtlich Körpergröße zwischen ihr und dem Protagonisten besteht. Dieser Unterschied ist nicht zufällig, sondern wurde auf Größenvergleichs-Skizze links bereits geplant. Es wäre langweilig, wenn alle Figuren gleich groß wären - eine Lehre, die auch ganz nett im Manga Zeichenkurs von Akira Toriyama und Akira Sakuma erklärt wird.

Ygnes ist übrigens die erste Frau, die ich jemals modelliert habe ...

Vergangenes und Zukünftiges (23.02.2010)
in: Allgemeines, Dokumente

So, mal ein (relevantes) Update für dieses Blog. Und zwar hatte ich mich, wie allgemein bekannt, bis zum Anfang des Monats fast nur noch mit meiner schriftlichen Arbeit beschäftigt, dessen so genannte Screenversion man nun hier herunterladen und lesen kann.

Wie von Anfang an geplant hatte ich mich mit einigen Bestandteilen eines Computerspiels beschäftigt: Gameplay, Interface, Story, Sound, Leveldesign und Physik. Im Nachhinein wundere ich mich selbst ein wenig, warum ich nicht auch die generelle grafische Gestaltung besprochen habe, zumal es da viele interessante Beispiele für gäbe. Andererseits halte ich den Faktor Grafik sowieso schon für viel zu überrepräsentiert (v.a. in den Spieletestzeitschriften), da es bei vielen Spieleentwicklern inzwischen anscheinend nur noch darauf ankommt, schöne Screenshots und Trailer machen zu können. Anders kann ich mir die fortschreitende Regression hinsichtlich Gameplay und Story nicht erklären. Aber ich schweife ab.

Nicht wirklich geplant war, dass das Konzept, welches man auch hier im Blog lesen kann, letzten Endes nur im Anhang der Diplomarbeit zu finden sein würde. Allerdings bin ich sowieso schon beinahe über die maximale Seitenzahl gekommen - und dennoch gäbe es noch viel zu sagen. Insgesamt bin ich mit meiner Arbeit nicht wirklich zufrieden - aber froh, dass dieser Teil nun hinter mir liegt. Ich bereue jedoch, keine Zeit mehr für einige Gestaltungsrichtlinien von "Dynamikon" gehabt zu haben. Außerdem mag ich den Arbeitstitel immer noch nicht, aber Namensfindung stand und steht gerade weit hinten an.

Nach drei Wochen jedenfalls widme ich mich endlich wieder meinem Prototypen - diese Zeit der Erholung musste leider sein, unter anderem möchte ich über Spiele ja auch nicht nur schreiben, sondern sie auch selbst mal ausprobieren ..

Momentan sitze ich daran, die bereits im Dezember angefangenen Schwarzen Löcher abzuschließen: Gravitationszylinder und -kuben müssen eingebaut werden, sowie ein fehlerfreies Verhalten, wenn sich eine Spielfigur im Grenzbereich aufhält. Zudem muss definiert werden, was passiert, wenn ein beliebiges Objekt ein Schwarzes Loch wieder verlässt.

Da das ganze sowieso immer mehr Zeit frisst als man denkt, habe ich auch gleich mal einen Wochenplan angefangen, der sich demnächst aber auch wieder ändern wird. Das liegt daran, dass ich mir erst einmal bewusst werden muss, welche Abschnitte meiner Story ich eigentlich umsetzen will. Dazu werde ich wohl als nächstes eine Menge Skizzen produzieren; leider habe ich das Zeichnen allgemein seit langem sträflich vernachlässigt und muss daher erst einmal wieder meine Zeichenhand trainieren.

Nach den Schwarzen Löchern soll das Feature "Zeitstopp" umgesetzt werden. Ob ich danach tatsächlich noch Paralleldimensionen implementiere, wird sich allerdings erst noch zeigen. Wichtiger wäre mir mindestens eine Art an Gegner. Auf jeden Fall sollte ich gewisse Effekte, wie Schatten und Partikel, nicht vergessen und sie möglichst früh in den Prototypen einbauen.

Und das ist nur der Part, der durch die Programmierung zustande kommt. Zwei bis drei Figuren und eine Menge Prefabs müssen ja nebenbei modelliert werden, um die Level, die dann entstehen, auch mit Inhalt zu füllen.

Fortsetzung folgt.

Geschichten eingestellt (26.10.2009)
in: Allgemeines, Dokumente, Konzept

Auch wenn ich selbst nicht hundertprozentig zufrieden damit bin, habe ich mal die Geschichten, die ich speziell für mein Spieleprojekt erfunden habe, online gestellt.
Der Inhalt sind vor allem die Hintergrundinformationen und die Handlung des Spiels. Ersteres ist wichtig für denjenigen, der sich die Geschichten ausdenkt, die im Universum von "Schwere in der Schwebe" spielen; das Zweite ist wichtig für den Spieler. Und um mir selbst Vorgaben zu machen, ich welche Richtung meine Character- und Level-Designs gehen, habe ich mir auch noch verschiedene Figuren und Missionen ausgedacht.

Mein Spiel hat jetzt - rein konzeptionell - ein mehr oder weniger festes Grundgerüst, und hätte ich die Zeit, würde ich mich sofort daran setzen, es weiter umzusetzen. Aber momentan steht noch das an, was eigentlich vor dem Konzept kommt: der schriftliche Teil meiner Diplomarbeit.

Nun ist es so, dass sich das Konzept jederzeit noch ändern kann; rein aus Zeitgründen werden es aber wohl keine fundamentalen Veränderungen mehr werden. Insgesamt hatte ich beim Schreiben oft das Gefühl, mir die Geschichten förmlich aus den Fingern zu saugen, daher freue ich mich eigentlich auf die etwas "handfestere" Arbeit des Recherchierens und Erörterns.

Es fehlt jetzt, für das Konzept, noch der Teil, der sich mit dem Design beschäftigt. Obwohl ich eigentlich früher damit fertig werden wollte, ist es auch nicht schlecht, wenn sich dieser Abschnitt etwas mehr hinzieht und über mehrere Monate verteilt. Immerhin ist es der wichtigste Part, und immer mal ein bisschen Abwechslung von der ganzen Theorie wird mir gut tun.

Gedanken zur Hintergrundgeschichte (10.10.2009)
in: Allgemeines, Konzept

Momentan sitze ich von Zeit zu Zeit an der Hintergrundgeschichte für mein Spiel. Am Anfang sah es so aus, als würde ich einfach ein paar der Fakten, die ich mir im Voraus überlegt hatte (verrückte Physik, gewisse Pflanzen als Ursache, zersplitterter Planet aus Auswirkung, schwebende Inseln, etc.) ausformulieren und zusammen bringen, ohne allzu prosaisch zu werden.
Das Problem ist, dass damit zwar einiges über die Welt gesagt wird, aber so gut wie nichts über die Bewohner und ihre Sprache, über die Zeitrechnung, das aktuelle Zeitalter und über Flora und Fauna. All dies ist aber ebenso wichtig, um eine interessante Geschichte entwickeln zu können, die konsistent ist und konform mit anderen Geschehnissen gehen.

Also ist es jetzt mein Ziel, die "Hintergrundgeschichte" nicht mehr als eine Art Abhandlung zu formulieren. Stattdessen wird es einzelne Unterkapitel mit Themata geben, die meiner Meinung nach den signifikantesten Einfluss auf eine Welt und eine darauf existierende Kultur besitzen. Momentan sind das:

Eigenart der Sprache und wichtige Bezeichnungen
Zeitrechnung und aktuelles Zeitalter
Wichtige Ereignisse im Laufe der Zeit
Landkarte der Welt
Bewohner der Welt
Flora und Fauna

Weniger wichtige, aber dennoch interessante Fakten bekommen ein Extra-Kapitel.

Update 15.10.: Ich habe die genannten Punkte jetzt fast alle untergebracht (bis auf "Sprache"), aber wie anfangs geplant in einem sehr knappen Beschreibungstext. Mir fehlt z.Zt. das Wissenschaftliche dabei; das ganze könnte jeder geschrieben haben. Würde ich mir noch mehr aus den Fingern saugen würde das diesen Eindruck noch viel mehr verstärken.
Im Großen und Ganzen brauche ich auch gar keine Hintergrundgeschichte; ein paar Fakten reichen völlig. Viel wichtiger ist jetzt eine (ebenfalls knappe) Handlung, die mich auf die zu designenden Charaktere und Levels einschwört.

Spielmechanik aktualisiert, Spielelemente online (24.09.2009)
in: Allgemeines, Dokumente, Konzept

Die zweite Hälfte des Konzepts ist jetzt einsehbar: die Spielelemente. Dabei handelt es sich vor allem um eine Konkretisierung der doch eher abstrakten und allgemeinen Aussagen, die unter "Spielmechanik" getroffen wurden. Letztere wurde übrigens etwas verändert und ausgebaut.
Fehlen nur noch die dritte und vierte Hälfte ... nämlich Story und Design. Bei der Story wird nochmals alles spezifiziert (z.B., wen man eigentlich spielt, und welchen Figuren man so begegnet). Das Kapitel Design behandelt natürlich Stil und Aussehen des Ganzen.

Meine TODO-Liste vom letzten Mal sieht nun so aus:


  • Testgrafiken erstellen

  • Das Konzept weiterschreiben, es fehlen die Spielelemente, das Design, die Hintergrundstory und der Plot.

  • Die Stückliste muss angepasst, zudem ein Zeitplan erstellt werden.

  • Der Prototyp muss erweitert werden.

  • Eine Gliederung für den schriftlichen Teil der Diplomarbeit muss vorbereitet werden.


Es wird so langsam.
Da dieses Tagebuch nur den praktischen Teil behandelt, werde ich die Gliederung und alles weitere, was die Theoriearbeit betrifft, wohl eher nicht online stellen.

Spielmechanik online (27.07.2009)
in: Allgemeines, Dokumente, Konzept

Mit leichten Zweifeln im Hinterkopf habe ich mal die erste Hälfte des Konzepts hochgeladen: das Gameplay. Die Zweifel rühren daher, dass ich das Gefühl habe, ein Spiel beschrieben zu haben, dass sowieso schon längst existiert. Auf der anderen Seite ist mir aber auch klar, dass ich im Grunde gar kein völlig neues Spiel mit lauter Innovationen basteln möchte, nicht in diesem Fall.

Logisch ist allerdings, dass das Konzept keinesfalls endgültig ist. Bis zum Ende des Projekts werden noch jede Menge Änderungen ihren Weg in den Text finden. Zumindest hoffe ich das.

Die nächsten Schritte sehen in etwa so aus:


  • Testgrafiken erstellen (Modelle, Texturen) - damit ich ansehnlichere Screenshots erstellen kann. Die Testgrafiken sollten simpel sein, von daher ist ein karikierender Stil wahrscheinlich.

  • Das Konzept weiterschreiben, es fehlen die Spielelemente (Definitionen der Charaktere, Power-Ups, Level, etc.), das Design, die Hintergrundstory und der Plot.

  • Die Stückliste muss angepasst, zudem ein Zeitplan erstellt werden.

  • Nebenbei muss der Prototyp erweitert werden. Bis zum Beginn des praktischen Teils der Diplomarbeit im Februar will ich ein halbwegs funktionierendes Framework haben, bei dem ich nur noch Anpassungen machen muss.

  • Der schriftliche Teil muss vorbereitet werden. Daher muss ich mir den eigentlichen Inhalt und eine Gliederung überlegen.


Uff.

Protagonistenwahlqual (05.07.2009)
in: Allgemeines, Characters, Konzept

Zur Zeit bin ich dabei, ein ausformulierteres Konzept zu erstellen. Dabei stieß ich unweigerlich auf die Frage, wie denn der Protagonist, d.h. die Spielfigur, aussehen soll.

Aber das Aussehen ist ja noch das Nebensächlichste. Will ich einen coolen Character, der permanent einen derben Spruch auf Lager hat? Oder soll es eine naive junge Frau sein, die die Umgebung erkundet? Vielleicht ein undefinierbares Alien mit Roboterarmen und Rädern? Ist man eher gutherzig, eher böse?

Eine andere Möglichkeit wäre ja, den Spieler mittels Konfigurationsmenü selbst entscheiden zu lassen. Allerdings halte ich das für zuviel Aufwand (auch wenn mir das etwas Verantwortung abnehmen würde), und vor allem für ein Spiel dieser Konzeption unpassend. In dem Rollenspiel "The Elder Scrolls 3: Morrowind" ist es äußerst sinnvoll, keinen vordefinierten Protagonisten zu haben, da bei diesem Spiel der Nutzer in seinen Entscheidungen generell sehr frei ist, und eine beliebige Rolle ausfüllen darf.
Aber bei einem linearen Jump'n'Run ist Individualisierung schlicht sinnfrei. Mir persönlich hat es schon weder bei "Arx Fatalis" noch bei "Deus Ex" (beides Actionspiele mit Rollenspiel-Elementen) irgendetwas gebracht, zwischen fünf Köpfen entscheiden zu können - der spielerische Mehrwert hielt sich doch arg in Grenzen.

Bei einigen Spielen kann man sich auch zwischen Mann und Frau entscheiden, beispielsweise bei "Star Trek: Voyager - Elite Force" (wo man sich etwas Mühe gespart hat, indem man den Spieler "Alex" getauft hat) oder auch bei "Deus Ex: Invisible War" (bei dem interessanterweise auch Nebencharaktere je nachdem ihre Persönlichkeit wechselten). Auch hier sehe ich nur bedingt einen echten Mehrwert; an mir selbst konnte ich jedenfalls nicht beobachten, dass ich mich mit einem männlichen Charakter mehr identifizieren kann als mit einem weiblichen. Da spielen andere Sachen eine Rolle, vor allem glaubwürdige Handlungen der Spielfigur.

Wie dem auch sei. Ich werde die Spielfigur wohl fest definieren, in derselben Art, wie man sie bei "Thief" oder "Outcast" vorfindet. Dort steuert man sehr markante Persönlichkeiten, die bestimmte Situationen auch gern mal sarkastisch kommentieren.
Man könnte den Spieler auch eine zwar äußerlich vorgeschriebene, aber innerlich "leere" Figur steuern und sie mit Leben und Persönlichkeit füllen lassen. Bis zu einem gewissen Grad gibt es das bei "System Shock" oder "Half-Life" (beides sehr gute Spiele). Aber als Designer würde ich momentan doch gern einen echten Charakter kreieren, auf den (eventuell vorhandene) andere virtuelle Personen reagieren.

"Deus Ex" hat übrigens die Handlungen des Spielers analysiert und je nachdem einige Dialoge angepasst. Ist man beispielsweise im ausufernden Explorationsdrang auch mal in die Frauentoilette gelaufen, wird dies vom Chef später mit gerümpfter Nase angemerkt. Das ist ein tolles, weil überraschendes Feature - aber bedeutet leider auch ziemlichen Mehraufwand.

Physik als Beschäftigungstherapie (28.06.2009)
in: Konzept, Physikrätsel, Prototyp, Recherche

Es bereitet zur Zeit einfach nur kindliche Freude, durch mein eher unattraktives Testlevel zu rennen und per Tastendruck unterschiedlich große Kisten und vor allem Kugeln zu erstellen. Die Begeisterung über Kugeln, die Abhänge, Kanten und Schrägen hinunterrollen ist ebenso ungebrochen wie die beim Umherschieben von mehreren Kisten gleichzeitig.
Mein Fazit, begünstigt durch die Maxime "es soll Spaß machen": Egal wie, aber es müssen Kugeln und Kisten ins Gameplay. Für einen wahren ball pool reicht die Performance aber vermutlich nicht.

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© 2009 Friedrich Hanisch